Shell-Konvertierung bei RISE with SAP: Wie Sie die Vorteile von Brownfield nutzen, ohne alle Daten zu übertragen
Brownfield erscheint für den Wechsel nach SAP S/4HANA als sicherste Option. Aber welche Konsequenzen hat es, wenn auch die Daten übertragen werden, die keinen Mehrwert mehr bringen?
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Brownfield gilt als schnell und risikoarm, weshalb sich viele Teams für diese Methode entscheiden.
- Jedoch wird dabei alles in das neue System übertragen, auch das, was keinen Mehrwert mehr bringt.
- Dies erhöht die Komplexität, ohne die Funktionsweise des Systems zu verbessern.
- Die Shell-Konvertierung bei RISE with SAP verfolgt den gleichen risikoarmen Ansatz und ermöglicht es gleichzeitig, zu entscheiden, welche Daten übertragen werden sollen.
Warum Brownfield oft die erste Wahl bei RISE with SAP ist
Planen Unternehmen einen Wechsel nach SAP S/4HANA, erscheint der Brownfield-Ansatz oft als die einfachste Option. Dabei nehmen Unternehmen ihr bestehendes System und übertragen es in die neue Umgebung als „Lift-and-Shift“, ohne die Abläufe zu verändern.
Die Beibehaltung der Prozesse, Strukturen und Arbeitsweisen während der Umstellung auf SAP S/4HANA ist genau das, wonach viele Teams suchen.
Der Ansatz wird häufig mit folgenden Vorteilen assoziiert:
- Schnellere Implementierung im Vergleich zu Redesign-Ansätzen
- Geringeres unmittelbares Projektrisiko
- Minimale Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs
- Begrenzter Änderungsbedarf in den jeweiligen Teams
Aus diesen Gründen gilt Brownfield oft als Standardansatz für die Migration nach SAP S/4HANA. Ihr Unternehmen bleibt funktionsfähig, während sich das System im Hintergrund ändert.
In diesem Stadium ist die Priorität klar. Sie möchten sicher nach SAP S/4HANA umsteigen, ohne das Projekt durch unnötige Komplexität zu überlasten.
Was passiert, wenn Sie bei einer Brownfield-Migration alle Daten übertragen?
Bei einer Brownfield-Migration wird der Ist-Zustand Ihres Systems übertragen. Dies umfasst nicht nur das, was Ihre Teams tagtäglich verwenden. Mit der Zeit sammeln sich in den meisten SAP-Systemen Daten an, die nicht mehr relevant sind. Prozesse entwickeln sich weiter. Strukturen ändern sich. Manche Teile des Systems werden einfach nicht mehr benötigt. Wird alles nach SAP S/4HANA übertragen, umfasst dies auch historische Daten.
Dies bedeutet in der Regel:
- Veraltete Prozesse bleiben bestehen, auch wenn sie nicht mehr effizient sind
- Ältere Design-Entscheidungen prägen weiterhin die Funktionsweise Ihres Systems
- Ungenutzte oder redundante Daten sind weiterhin Teil des Systems
- Die Gesamtkomplexität bleibt dieselbe, nur in einer neuen Umgebung
Nichts davon beeinträchtigt unmittelbar Ihren Geschäftsbetrieb. Ihr System verhält sich nach dem Go-live wie erwartet.
Denn die Auswirkungen werden erst später spürbar.
Ihre neue SAP S/4HANA-Umgebung spiegelt die gleichen Strukturen und Einschränkungen wider, die Sie zuvor hatten. Wenn bereits alles in Stein gemeißelt ist, sind potenzielle Vereinfachungen schwieriger umzusetzen. Die Migration selbst war erfolgreich. Aber das System hat sich nicht in der gleichen Weise weiterentwickelt wie Ihr Unternehmen.
Wann die meisten Teams ihren Migrationsansatz in Frage stellen
Der Brownfield-Ansatz hat seine Daseinsberechtigung. Er ist klar definiert, gewährleistet die Systemkontinuität und den Geschäftsbetrieb. Für Teams, die Wert auf Geschwindigkeit und Stabilität legen, hat diese Vorhersagbarkeit einen echten Mehrwert. Doch je präziser der Umfang wird, desto deutlicher wird der Kompromiss. Mehr Daten bedeuten mehr Validierung. Mehr Prozesse bedeuten mehr Tests. Was am Anfang einfach erschien, wird mit der Zeit immer aufwendiger.
Gleichzeitig stellen Teams oft fest, dass Teile des Systems nicht mehr aktiv genutzt werden. So unterstützt benutzerdefinierter Code Prozesse, die sich mittlerweile geändert haben. Einige Strukturen bleiben nur deswegen bestehen, weil sie nie entfernt wurden. An diesem Punkt beginnen Teams, genauer hinzuschauen.
Wenn das Ziel darin besteht, ohne Unterbrechung nach SAP S/4HANA zu wechseln, ist es sinnvoll, alle Daten zu übertragen. Soll jedoch auch die Komplexität reduziert werden, ist der Ansatz eher weniger geeignet. Dies führt zu einer einfachen, aber wichtigen Frage:
Müssen Sie alle Daten übertragen, oder nur die, die Ihr Unternehmen tatsächlich nutzt?
Shell-Konvertierung: Die clevere Strategie für die Umstellung auf SAP S/4HANA
Die Shell-Konvertierung verfolgt das gleiche Ziel wie eine SAP S/4HANA-Migration mit dem Brownfield-Ansatz. Sie stellen kontrolliert auf das neue System um, ohne Ihren Geschäftsbetrieb zu beeinträchtigen oder alles von Grund auf neu zu gestalten. Doch der Grad der Kontrolle während dem Wechsel ist wesentlich höher.
Bei einer Standard-Konvertierung mit Brownfield wird das bestehende System technisch auf SAP S/4HANA umgestellt. Die Systemkonfiguration sowie benutzerdefinierte Entwicklungen und Geschäftsdaten bleiben standardmäßig Teil der konvertierten Umgebung.
Die Shell-Konvertierung umfasst einen zusätzlichen Schritt, bevor das Produktivsystem eingerichtet wird. Zunächst wird eine strukturelle Kopie des bestehenden SAP ERP-Systems erstellt – die Shell. Diese Umgebung enthält die Organisationsstrukturen, die Konfiguration und die Repository-Objekte, die für den Betrieb des Systems erforderlich sind, jedoch nicht den vollständigen Satz historischer Geschäftsdaten.
Geschäftsdaten, benutzerdefinierter Code und andere Systemelemente werden ausgewertet und anhand definierter Kriterien selektiv in das neue S/4HANA-System übertragen. Dies ermöglicht es Teams, die Strukturen und Daten zu übernehmen, die den aktuellen Betrieb weiterhin unterstützen, während Elemente, die nicht mehr benötigt werden, zurückgelassen werden.
Dies bedeutet:
- Ihr Unternehmen wird nicht durch Unterbrechungen beeinträchtigt
- Ihre Teams arbeiten in bekannten Strukturen
- Ihre Migration bleibt hinsichtlich Umfang und Zeitplan berechenbar
Gleichzeitig erhalten Sie ein neues und sauberes SAP S/4HANA-System. Eine Shell-Konvertierung ist mehr als ein Redesign. Die Stabilität von Brownfield wird beibehalten, während gleichzeitig das zukünftige System bewusst gestaltet wird.
Brownfield vs. Shell-Konvertierung: Wesentliche Unterschiede
| Brownfield-Migration | Brownfield mit Shell-Konvertierung | |
| Umfang | Das gesamte System wird umgestellt | Systemstrukturen werden repliziert; nur ausgewählte Daten und Elemente werden übertragen |
| Daten-Footprint | Alle historischen und aktuellen Geschäftsdaten werden in das neue System übertragen | Daten können gefiltert werden, sodass nur relevante historische und aktive Daten migriert werden |
| Benutzerdefinierter Code und Konfiguration | Alle historischen und aktuellen Geschäftsdaten werden in das neue System übertragen | Nicht verwendete oder veraltete Elemente können ausgeschlossen werden |
| Tests und Validierung | Größerer System-Footprint erhöht den Testumfang | Geringerer Umfang senkt den Validierungs- und Testaufwand |
| Neues System | System spiegelt historische Strukturen und Design-Entscheidungen wider | Das System startet mit einer schlanken Basis |
Wenn Sie nur die Daten übertragen, die Ihr Unternehmen weiterhin benötigt, verfügt Ihre SAP S/4HANA-Umgebung über eine gezielte Ausrichtung. Ihre Teams arbeiten nicht mehr in Strukturen, die längst obsolet sind.
Nichts davon erfordert ein vollständiges Redesign. Was es braucht sind bewusste Entscheidungen während der Migration, wie Projekte wie die S/4HANA-Transformation von BSW Timber zeigen.
Checkliste für eine selektive Migration nach S/4HANA: Wie Sie entscheiden, welche Daten übertragen werden
Sie brauchen nicht Ihr gesamtes System in Frage zu stellen, um einen selektiveren Ansatz zu verfolgen. Am Anfang stehen oft zunächst ein paar praktische Fragen.
☐ Welche Teile Ihres Systems werden noch aktiv in Ihrem Unternehmen genutzt?
☐ Welche Prozesse spiegeln die tatsächliche Arbeitsweise Ihrer Teams wider?
☐ Welche Prozesse bestehen hauptsächlich aus historischen Gründen?
☐ Welche Daten müssen nach dem Go-live erhalten bleiben?
☐ Welche Datensätze sind nur für die Berichterstattung oder die Compliance erforderlich?
☐ Woher kommt die unnötige Komplexität in Ihrem derzeitigen System?
☐ Wie würde Ihre SAP S/4HANA-Landschaft aussehen, wenn Sie nur die Daten übertragen würden, die einen Mehrwert bringen?
Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, wird der nächste Schritt klarer. Sie legen fest, was übertragen werden muss, was zugänglich bleiben soll und was nicht mehr Teil Ihres Systems sein muss.
Ein umfassenderer Vergleich der Ansätze Greenfield, Brownfield und Bluefield kann Sie dabei unterstützen, diese Entscheidungen fundiert zu treffen.
Stabilität heißt nicht Stillstand
Eine Brownfield-Migration nach SAP S/4HANA verspricht Stabilität. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Teams dafür. Stabilität allein bestimmt jedoch nicht, ob Ihr System Ihr Unternehmen unterstützt. Wenn alles wie gehabt übertragen wird, enthält Ihre neue Umgebung die gleichen Strukturen, Einschränkungen und die gleiche Komplexität wie zuvor.
Die Shell-Konvertierung gewährleistet Stabilität, während Ihr Unternehmen weiter läuft. Ihre Migration erfolgt kontrolliert und vorhersehbar, während Sie das Zepter in der Hand halten. Sie entscheiden, was Ihre aktuellen Prozesse unterstützt und was nicht Teil Ihres zukünftigen Systems sein muss.
Wenn Sie ein Projekt mit RISE with SAP planen, können Ihnen folgende drei Punkte dabei helfen, die nächsten Schritte zu planen:
- Überprüfen Sie, welche Prozesse und Daten Ihre Teams aktiv nutzen.
- Ermitteln Sie, wodurch die unnötige Systemkomplexität entsteht.
- Definieren Sie, was nach SAP S/4HANA übertragen werden muss und was außerhalb des operativen Systems gespeichert werden kann.
So wechseln Sie nicht nur mit Zuversicht nach SAP S/4HANA, sondern gewährleisten gleichzeitig, dass Ihr System mit Ihrem Unternehmen Schritt hält.
Sie brauchen Unterstützung? Kontaktieren Sie unser Team, um herauszufinden, ob ein selektiver Ansatz zu Ihrem Projekt mit RISE with SAP passt.