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Sieben Faktoren, die über den Erfolg eines SAP-Carve-out entscheiden

Ein SAP-Carve-out umfasst weit mehr als nur die Übertragung von Daten von einem System in ein anderes. Die richtige Strategie kann entscheidend für die Geschäftskontinuität, die Compliance, Projektrisiken und die Benutzerfreundlichkeit der Zielumgebung sein. Wir erläutern sieben Faktoren, die bei der Entscheidung zwischen einer selektiven Datenmigration und Clone-and-Delete-Ansätzen beachtet werden sollten.

04.08.2026  |  5 min

Bei der Planung von SAP-Carve-outs stehen in der Regel die Infrastruktur, Zeitpläne und der Cutover im Mittelpunkt. Doch auch die Trennung der Daten sollte bereits frühzeitig beachtet werden: Sie wirkt sich auf Betriebsunterbrechungen, Compliance-Anforderungen und die Benutzerfreundlichkeit des resultierenden Systems aus. 

SAP-Carve-outs kommen bei zahlreichen Szenarien zum Einsatz: Im Rahmen von Veräußerungen und Ausgliederungen, Fusionen und Übernahmen sowie Joint Ventures und von organisatorischen oder regulatorischen Anforderungen, die eine Trennung von Daten und Systemen erfordern. In all diesen Szenarien stehen Unternehmen vor derselben Entscheidung. 

 

Die zwei Optionen, um ein SAP-System zu trennen 

 

Selektive Datenmigration: Der Bluefield®-Ansatz von SNP migriert anhand definierter organisatorischer und Business-Regeln ausschließlich die für die Zielumgebung erforderlichen Daten. Gleichzeitig unterstützt er die Datentransformation sowie organisatorische Veränderungen im Rahmen des allgemeinen Projekts. 

Bei Clone-and-Delete wird zunächst eine Kopie der Quellumgebung erstellt und anschließend die Daten entfernt, die nicht in das Zielsystem gehören. Dies scheint in der Theorie einfacher. Erfordert der Carve-out jedoch auch eine umfassende Umstrukturierung oder Datentransformation, kann dies zusätzliche Aufwände über die initiale Trennung hinaus generieren. 

Keiner der beiden Ansätze ist für jedes erdenkliche Szenario geeignet. Die Wahl hängt von den konkreten Anforderungen des Carve-out ab. 

Sieben Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen sollten 

 

  1. Das Datenvolumen ist nicht entscheidend. Es ist verlockend, den richtigen Ansatz davon abhängig zu machen, wie viele der Daten insgesamt übertragen werden. Die Ziele der Transformation, die Vorgaben zur Datenqualität, Compliance-Verpflichtungen und die Toleranz gegenüber Ausfallzeiten sind jedoch oft wichtiger als das Datenvolumen. Eine selektive Migration kann auch dann von Vorteil sein, wenn der Großteil der Daten erhalten bleibt – insbesondere dann, wenn die Zielumgebung eine Umstrukturierung, Transformation oder einen anderen Datenumfang erfordert.
  2. Der physische Standort der Systeme. Solange man im selben Rechenzentrum bleibt, können beide Ansätze eingesetzt werden. Gerade bei Carve-outs, die über Rechenzentren oder Regionen hinausgehen – häufig bei Veräußerungen und Joint Ventures der Fall – kann eine selektive Migration Vorteile bieten: Ein geringeres Datenvolumen kann die Anforderungen an die Datenübertragung, die Netzwerkauslastung sowie den Aufwand für die Bereitstellung und Dimensionierung der Zielumgebung verringern.
  3. Muss die Transformation zeitgleich erfolgen? Bei Carve-outs geht es selten nur darum, die Daten zu verschieben. Möglicherweise sind Änderungen am Kontenplan, neue Buchungskreise, eine Umstrukturierung der betriebsinternen Strukturen sowie eine Standardisierung der Stammdaten erforderlich. Eine gezielte Migration kann diese Veränderungen im Rahmen des allgemeinen Projekts unterstützen. Bei einem Clone-and-Delete-Ansatz erfordern diese Änderungen in der Regel zusätzliche Schritte nach oder parallel zur initialen Trennung.
  4. Müssen auch Daten aus dem Quellsystem entfernt werden? Bei manchen Carve-outs müssen auch Daten aus dem ursprünglichen System entfernt und nicht nur in das neue System übertragen werden – bedingt durch gesetzliche Vorschriften, Vertragsbedingungen oder die Veräußerung selbst. Hier kann eine selektive Migration einen praktischen Vorteil bieten: Die Regeln, mit denen der Migrationsumfang definiert wird, können auch als Grundlage für die Ermittlung der Daten dienen, die aus dem Quellsystem entfernt werden müssen.
  5. Komplexität der geschäftlichen Anforderungen. Eine relativ unkomplizierte Trennung mit geringen Anforderungen an die Datentransformation lässt sich möglicherweise mit herkömmlichen SAP-Migrationsansätzen und Systemkopien erreichen. Sobald der Carve-out jedoch mit einer Neugestaltung von Prozessen, einer Umstrukturierung, einer Harmonisierung, einer Cloud-Migration oder einer Umstellung auf S/4HANA einhergeht, kann eine selektive Migration mehrere Aktivitäten im Rahmen der Transformation bündeln, anstatt diese als separate Initiativen zu behandeln.
  6. Die Vorhersehbarkeit des Projekts. Die Möglichkeit, Quelldaten im Vorfeld zu analysieren und die Migrationsregeln vor der Ausführung festzulegen, kann den Überblick über Umfang, Aufwand und Abhängigkeiten verbessern. Eine regelbasierte selektive Migration ermöglicht es, den Umfang der Migration explizit zu definieren und wiederholbar zu machen. Bei Clone-and-Delete-Ansätzen hängt die Projektplanung möglicherweise stärker von der Größe und Komplexität der Quellumgebung sowie vom anschließenden Aufwand für die Entfernung oder Umstrukturierung der Daten ab.
  7. Die maximal tolerierbare Ausfallzeit. Beide Ansätze verzeihen eng getaktete Ausfallzeiten. Eine selektive Migration kann das Datenvolumen reduzieren, das im Rahmen des Cutover übertragen werden muss, sodass strengere Ausfallzeiten eingehalten werden können. Die tatsächliche Ausfallzeit hängt jedoch von der Architektur der Migration, dem Datenvolumen, der Komplexität des Systems und dem Cutover-Ansatz ab.

 

Was auch nach einem Carve-out wichtig ist 

 

Ein Carve-out kann auch eine Chance sein, einen Mehrwert zu erreichen, der über die Abspaltung eines Geschäftsbereichs hinausgeht: Sei es, eine im Laufe der Zeit komplex gewordene Landschaft zu vereinfachen, die technische Schuld zu reduzieren, eine Umstellung auf SAP S/4HANA umzusetzen oder den Weg zu einem Clean Core mit standardisierten Prozessen, Integrationen und Erweiterungsmöglichkeiten zu ebnen. Dies kann auch dazu beitragen, eine solide Datenbasis für Analytics und KI zu schaffen. 

Ein erfolgreicher Carve-out umfasst mehr als die bloße Übertragung von Daten von einem System in ein anderes. Es geht darum, die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, Compliance-Anforderungen zu erfüllen, Projektrisiken zu kontrollieren und eine SAP-Zielumgebung zu schaffen, die auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist. 

Je früher Unternehmen diese sieben Faktoren einbeziehen, desto leichter fällt die Wahl der richtigen Migrationsstrategie – anstatt einfach auf den altbekannten Clone-and-Delete-Ansatz zurückzugreifen. Ein erfolgreicher Carve-out kann zudem nicht nur die Abspaltung eines Geschäftsbereichs zum Ziel haben. Auch eine saubere und besser zu verwaltende Basis für weitere Projekte rückt so in greifbare Nähe. 

 

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