S/4HANA-Transformation im Bergbau: Wie Sie komplexe ERP-Umgebungen bewältigen
Bergbauunternehmen pflegen nicht selten ERP-Landschaften, die über Jahrzehnte hinweg exponentiell gewachsen sind. Wir erläutern, wie Sie mit einem selektiven Ansatz für die S/4HANA-Transformation Risiken minimieren, den Umfang der Daten kontrollieren und komplexe Umgebungen modernisieren.
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Bei der Modernisierung von ERP-Systemen in der Bergbauindustrie ist selten die Technologie das Problem. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, über Jahrzehnte erfasste Betriebsdaten und Anlagenhistorien zu strukturieren und die Komplexität der Systeme vor der Transformation zu verringern.
- Führende Bergbauunternehmen legen den Umfang der Transformation frühzeitig fest. Mit einem selektiven Ansatz können sie außerdem ermitteln, welche Informationen, Systeme und Datensätze den künftigen Betrieb tatsächlich unterstützen, und gleichzeitig veraltete Daten und Altsysteme auf ein Minimum reduzieren.
- Stimmt die Datenbasis, können Bergbauunternehmen ihre Systeme modernisieren und gleichzeitig die Transparenz der betrieblichen Prozesse verbessern, Initiativen zur Steigerung der Produktivität und Sicherheit unterstützen und die Voraussetzungen für fortschrittliche Analysen, KI und intelligente Systemumgebungen schaffen.
Modernisierung im Bergbau: Die Datenbasis ist entscheidend
Globale Bergbauunternehmen verfügen über mehrere Standorte, die unterschiedlichen Rechtsprechungen und regulatorischen Anforderungen unterliegen. Im Laufe der Zeit führen Übernahmen, Standortausweitungen und regionale Aktivitäten zu komplexen Datenumgebungen, die lange Betriebszyklen unterstützen und gleichzeitig eine zuverlässige Governance gewährleisten müssen.
Hohe Anzahl an Betriebsdaten
Bergbauunternehmen verwalten in der Regel über Jahrzehnte erfasste Betriebs-, Finanz- und Lieferkettendaten, die über mehrere Systeme verteilt sind. Neben den üblichen Unternehmensdaten generieren Bergbauunternehmen große Mengen an folgenden Informationen:
- Daten der geologischen Exploration und der Modellierung von Ressourcen
- Daten von IoT-Sensoren und der Überwachung von Produktionsanlagen im Bergwerk
- Daten von Maschinen, Wartungshistorien und Arbeitsaufträge in Systemen wie SAP EAM
- Logistik-, Bestands- und Beschaffungsdaten zur Unterstützung globaler Lieferketten
Diese Datensätze erstrecken sich über verschiedene Bergwerke, Maschinenparks und Lieferketten und umfassen oft mehrere Technologiegenerationen.
Verstreute Standorte und Remote-Betrieb
Bergbauunternehmen liegen oft in abgelegenen Gebieten und sind weit verstreut. Die Arbeiter vor Ort sind auf einen zuverlässigen Systemzugriff angewiesen, um Prozesse im Rahmen der Beschaffung, Wartung und Lagerung zu steuern – auch in Umgebungen mit eingeschränkter Konnektivität.
Vielfältige Compliance-Anforderungen
Bergbauunternehmen unterliegen komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen: Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit, die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, die Berechnung von Lizenzgebühren und die Betriebsplanung stützen sich häufig auf Daten, die sowohl in SAP-Systemen als auch in Non-SAP-Systemen gespeichert sind, während die Beziehungen zwischen den Stammdaten nicht immer einheitlich gepflegt werden.
Modernisierungsprojekte erfordern jedoch eine strukturierte Datenbasis. Durch die Harmonisierung der Datenstruktur aller Systeme, einschließlich SAP-Umgebungen, können Bergbauunternehmen die Transparenz ihrer Betriebsprozesse verbessern, die vorgeschriebene Berichterstattung erleichtern und die Produktivität in geografisch verstreuten Standorten steigern.
Vorteile einer selektiven Transformation für Bergbauunternehmen
Ein selektiver Transformationsansatz ermöglicht es Unternehmen, bereits vor Beginn der Migration festzulegen, welche Systeme weiterhin verwendet, welche konsolidiert und welche sicher stillgelegt werden sollen.
So können Bergbauunternehmen Betriebsdaten aufbewahren, die die laufende Produktion, Wartung und Lieferketten unterstützen, während historische Daten, die sich im Laufe von Jahrzehnten angesammelt haben, in kosteneffiziente Speicherlösungen verlagert werden.
Zentrale Maßnahmen:
- Individuelle Definition des Umfangs
Der Umfang der Transformation wird individuell festgelegt, um dem jeweiligen Geschäftsszenario gerecht zu werden.
- Harmonisierte Strukturen in allen Regionen und Organisationseinheiten
Buchungskreise, Strukturen für die Berichterstattung und operative Einheiten werden aufeinander abgestimmt, um eine einheitliche Berichterstattung über alle Standorte und Tochtergesellschaften hinweg zu gewährleisten.
- Reduzierung des Daten-Footprint vor der Migration in die Cloud
Die Bereinigung, Archivierung und Stilllegung von Systemen reduzieren das Systemvolumen und die Komplexität vor der Migration, um die Kosten und den Aufwand für den Cutover in Grenzen zu halten.
- Geschäftskontinuität während der Transformation
Der Near-Zero-Downtime-Ansatz minimiert Betriebsunterbrechungen während der Modernisierung der Systeme.
Mit diesen Maßnahmen können Bergbauunternehmen ihre veralteten ERP-Umgebungen modernisieren und gleichzeitig die Geschäftskontinuität aufrechterhalten. Mehrere Bergbauunternehmen haben diesen Ansatz bereits im Rahmen ihrer Transformation in die Tat umgesetzt.
Einblicke aus der Praxis: Transformationen im Bergbau
Bergbauunternehmen weltweit setzen bereits auf die selektive Transformation, um ihre ERP-Umgebungen zu modernisieren und dabei Geschäftsunterbrechungen auf ein Minimum zu beschränken.
Abschließende Überlegungen: Transformation als Ausgangspunkt für langfristige Resilienz
Bei einer Modernisierung geht es nicht nur um Upgrades. Eine selektive Transformation ermöglicht es, eine übersichtlichere und harmonisierte ERP-Landschaft zu schaffen, indem Systeme neu strukturiert und unnötige, historisch gewachsene Komplexitäten beim Wechsel in die Zielumgebung abgebaut werden.
Durch die Konsolidierung ihrer Systeme können Bergbauunternehmen die Transparenz in zentralen Bereichen erhöhen, wie der Produktion, Wartung und Lieferkette.
Moderne, cloudfähige Umgebungen erleichtern zudem die Integration von Betriebssystemen, geologischen Daten und IoT-Sensordaten der Bergwerke. Dies unterstützt Initiativen für einen intelligenten Bergbau, wie fortschrittliche Analysen, eine vorausschauende Wartung, Digital-Twin-Modelle und stärker vernetzte digitale Ökosysteme in den Bereichen Exploration, Förderung und Logistik.
Wenn Bergbauunternehmen durch Übernahmen expandieren oder neue Standorte erschließen, erleichtert eine Harmonisierung der ERP-Basis zudem die Konsolidierung von Systemen und die Integration neu erworbener Betriebe, ohne die Komplexität der Systeme zu erhöhen.
Mit Zuversicht in die Zukunft: Die nächsten Schritte für Bergbauunternehmen
Bergbauunternehmen sind grundsätzlich in komplexen Umgebungen tätig. Die Modernisierung von ERP-Systemen und Datenlandschaften erfordert ein klares Verständnis der aktuellen Umgebung sowie einen Transformationsansatz, der auf die langfristigen geschäftlichen Prioritäten abgestimmt ist.
- Bewerten Sie Ihre aktuelle ERP-Umgebung. Ermitteln Sie, welche Systeme, Daten und kundenspezifischen Entwicklungen Ihre aktuelle Umgebung prägen.
- Definieren Sie den Umfang Ihrer zukünftigen Systemlandschaft. Ermitteln Sie, welche Daten, Strukturen und Systeme Ihr zukünftiges Betriebsmodell tatsächlich unterstützen.
- Entdecken Sie Transformationsansätze, die sich bewährt haben. Erfahren Sie, wie andere Bergbauunternehmen wie ABM Group, Austral Gold und Caserones ihre Transformation bewältigt haben.
Auf unserer Seite zur Bergbauindustrie finden Sie weitere Informationen zur engen Zusammenarbeit von SNP mit Bergbauunternehmen.
Wenn Sie erörtern möchten, welche Transformationsansätze Ihre Bergbaustrategie unterstützen könnten, kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular.