Selektive Datenmigration ohne Datenverlust: Wie Sie bei einer Migration nach SAP S/4HANA die Kontrolle behalten
Die selektive Datenmigration (Selective Data Transition, SDT) ebnet einen kontrollierten und sicheren Weg für die Migration nach SAP S/4HANA und somit zur Vereinfachung, Modernisierung und langfristigen Kontrolle des Datenwachstums.
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Eine Migration nach SAP S/4HANA ist erfolgreich, wenn sie Klarheit schafft, die Komplexität reduziert und die Daten so aufbereitet, dass sie auch nach dem Go-live für Ihr Unternehmen langfristig einen Mehrwert bieten.
Ein selektiver Ansatz unterstützt einen kontrollierten Wechsel, speichert historische Daten sowie aus Gründen der Compliance relevante Informationen und vermeidet überflüssige Daten im neuen System. So schafft er eine solide Grundlage für SAP S/4HANA und ermöglicht es Ihnen gleichzeitig, auch nach dem Go-live die Kontrolle über Ihre Daten zu behalten.
Die erste Hürde: Die Wahl des richtigen Migrationsansatzes
Jeder Wechsel nach SAP S/4HANA beginnt mit einer grundlegenden Entscheidung: Welcher Migrationsansatz passt am besten zu den Zielen, Systemen und zeitlichen Vorgaben Ihres Unternehmens? Unternehmen, die große und historisch gewachsene SAP-Umgebungen pflegen, fällt diese Entscheidung oft schwer.
In vielen Fällen bietet ein selektiver Ansatz (auch bekannt als Bluefield oder hybrider Ansatz) die größte Flexibilität. Mit diesem können Sie Prozesse modernisieren und die technische Schuld reduzieren, ohne eine jahrzehntelange Historie übertragen zu müssen, die im neuen System nicht mehr benötigt wird.
Was den selektiven Ansatz so attraktiv macht (und welche Überlegung sich daraus ergibt)
Unternehmen entscheiden sich für einen selektiven oder hybriden Ansatz, wenn sie folgende Ziele erreichen möchten:
- Modernisierung der SAP-Umgebung ohne vollständige Neuimplementierung
- Reduktion des Datenvolumens in SAP S/4HANA
- Gewährleistung des Zugriffs auf historische Daten und aus Gründen der Compliance relevante Informationen
Der Ansatz schafft Raum für Verbesserungen und gewährleistet gleichzeitig die Geschäftskontinuität, wenn es darauf ankommt.
Entscheiden Sie sich für eine selektive Migration, stellt sich folgende Frage:
Was passiert mit den Daten, die nicht nach SAP S/4HANA migriert werden?
Zu diesem Zeitpunkt werden erste Bedenken zum Datenverlust laut. Eine selektive Migration entfernt jedoch nicht nur überflüssige Daten: Sie bietet einen strukturierten Ansatz, mit dem Sie entscheiden können, welche Daten migriert, und welche archiviert werden sollen. Werden diese Entscheidungen von Anfang an transparent adressiert, bedeutet dies für die Projektteams mehr Klarheit, Kontrolle und Vorhersehbarkeit während der Migration.
Warum Datenverlust ein so heikles Thema ist
Viele SAP-Umgebungen bestehen seit über zwanzig Jahren und enthalten Geschäftsdaten, die den täglichen Betrieb und die langfristige Planung unterstützen.
Warum diese Daten wichtig sind
Im Laufe der Zeit werden SAP-Daten aus folgenden Gründen entscheidend:
- Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Erfüllung gesetzlicher, steuerlicher und Audit-Anforderungen, während die historischen Daten weiterhin zugänglich bleiben
- Operative und Finanzberichterstattung: Unterstützung von Analysen über mehrere Zeiträume hinweg
- Performance Tracking: Bereitstellung von Vergleichen, mit denen Benutzer die Performance nachverfolgen und Trends erkennen können
- Faktenbasierte Entscheidungsfindung: Angabe des historischen Kontexts statt nur aktueller Zahlen
Warum frühzeitige Klarheit wichtig ist
Alle Daten zu übertragen kann als die sicherste Option erscheinen, da so vermeintlich sichergestellt wird, dass alle Daten auch im neuen System verfügbar sind. In der Praxis schränkt dieser Ansatz jedoch häufig die Vereinfachung der Landschaft ein und führt zu unnötiger Komplexität in SAP S/4HANA.
Wenn Datenverlust zu einem echten Risiko wird
Datenverlust ist nicht die Folge eines selektiven Ansatzes. Daten gehen verloren, wenn das Design der Migration nicht eindeutig ist oder nicht richtig abgestimmt oder validiert wurde. Eine bewusste Planung der selektiven Migration bietet jedoch Orientierung. Ist dies nicht der Fall, können Lücken entstehen.
Wie Lücken in der Migration entstehen
Probleme bei der Übertragung der Daten treten meist in folgenden Fällen auf:
- Der Umfang wurde zu eng definiert oder ohne die relevanten Teams festgelegt
- Historische oder Altdaten wurden ohne Berücksichtigung von Compliance-Anforderungen ausgeschlossen
- Benutzerdefinierte Objekte oder Tabellen außerhalb des Standards wurden nicht berücksichtigt
- Die Validierung, Abstimmung oder Dokumentation ist unvollständig
In diesen Fällen werden fehlende Daten in der Regel erst nach dem Go-live entdeckt. Die Grundursache ist somit nicht der selektive Ansatz an sich, sondern das Fehlen eines klar definierten und kontrollierten Konzepts für die Migration.
Warum eine selektive Migration mit dem richtigen Ansatz sinnvoll ist
Die selektive Datenmigration (SDT) wurde entwickelt, um die Kontrolle zu erhöhen, nicht um sie zu verringern. Bei richtiger Umsetzung bietet sie ein klares Framework für den Umgang mit Daten vor, während und nach der Umstellung auf SAP S/4HANA.
Wie eine selektive Migrationen effektiv umgesetzt wird
Eine erfolgreiche selektive Migration basiert auf einigen klaren Prinzipien.
Individuelle Definition des Umfangs
Datenentscheidungen sollten am täglichen Geschäft ausgerichtet sein und nicht ausschließlich auf technischen Kriterien basieren. Dazu gehört eine klare Unterscheidung folgender Daten:
- Daten, die in SAP S/4HANA aktiv verwendet werden
- Historische Daten, die die Berichterstattung und Vergleiche unterstützen
- Für die Einhaltung der Compliance relevante Daten, die zugänglich bleiben müssen
Transparente Selektionsregeln
Klare Regeln definieren, welche Daten übertragen werden und warum. Dieses Regelwerk basiert auf Faktoren wie Zeitscheiben, Organisationseinheiten und dem Status der Dokumente. Da die Logik explizit ist, kann sie vor dem Go-live überprüft, getestet und validiert werden.
Validierung und Abstimmung
Prüfungen stellen sicher, dass die migrierten Daten vollständig, konsistent und überprüfbar sind. So können Sie sicher sein, dass die ausgewählten Daten wie erwartet übertragen werden und sowohl von der IT als auch anderen Stakeholdern überprüft werden können.
Separate Strategie für die Migration und die Aufbewahrung
Nicht alle Daten müssen in SAP S/4HANA auf Abruf verfügbar sein. Obsolete und historische Daten können außerhalb des Produktivsystems aufbewahrt werden, bleiben aber für geschäftliche und regulatorische Zwecke zugänglich.
Insgesamt gewährleistet der Ansatz einen effizienten Einsatz von SAP S/4HANA, während die Anforderungen an historische Daten und die Compliance weiterhin erfüllt werden.
Abschließende Überlegungen
Die selektive Migration bietet eine praktische Möglichkeit, strukturiert und sicher nach SAP S/4HANA zu wechseln. Durch eine eindeutige Definition des Datenumfangs, die Anwendung transparenter Regeln und die Trennung der Daten, die aktiv verfügbar sein müssen, von den Daten, die archiviert werden können, können Unternehmen ein System gewährleisten, das einfach zu bedienen, zu verwalten und weiterzuentwickeln ist.